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Traditionelle Dammkultur in der Gegenwart

Warum gewinnt die traditionelle Dammkultur gerade in diesen Zeiten an Bedeutung?


​Heute ist die richtig angewandte traditionelle Dammkultur ein notwendiges Verfahren um die Gesundheit des Bodens und der Pflanze wieder herzustellen. Ein Damm bedeutet mehr Raum für Lebensvielfalt, in dem die das Mikroklima durch die Form eines Lungensystems steuert und gezielt die für den Ackerbau repräsentativen Mikroorganismen züchtet. Um eine gute Verwurzlung der Kulturpflanze zu erreichen, fängt man bei der Gareentwicklung an, welche der einzige Weg ist den Ton- HumusKomplex aufzubauen. Der zerstörter Ton-Humus- Komplex ist die Ursache von Verschlemmung, Erosionsproblemen und Nährstoffauswaschungen. Ein in seiner Struktur gestörter Boden verschlämmt nach wenigen Millimetern Niederschlag, sodass er kaum Regenwasser aufnehmen und speichern kann. Das so verloren gehende Wasser fehlt dem Bestand besonders in den Trockenperioden.

Dammkultur zu praktizieren bedeutet dem Acker zweierlei Lungensysteme zu geben. Ein unterirdisches, welches als Anregung der Lebensbildung dient und dadurch Gare entfalten lässt und ein überirdisches, welches durch abwechselnde Beschattung und Erhöhung verschiedene Klimazonen bietet. Die Bodenbearbeitung in der Phase vor dem Kulturanbau dient der intensiven Entwicklung der Bodengare, die unter Anderem durch die Atmung der Mikroorganismen eine erhöhte Kohlenstoffdioxidkonzentration erzeugt. Sie regt frühzeitig die Keimung der Unkräuter noch vor der Aussaht der Kulturpflanze an, die ihr nicht mehr im Wege stehen werden. Sind die Kulturpflanzen ausgesät, beginnt die Feinverwurzelung und entsprechend ihrer Intensität, setzt die Bildung der Mykorizen ein. Prozesse, die gleichermaßen auf den Luft- und Gasaustausch angewiesen sind. Die Kulturpflanze geht eine Symbiose mit den Mykorizen ein und versorgt sie entsprechend der Stärke ihres Stoffwechsels mit Nährstoffen. In dem atmenden Boden binden die Mykorizen unter anderem Stickstoff, den sie der Pflanze zur Verfügung stellen. Verschlämmung kann als eine Art Luftsperre gesehen werden, welche den Austausch zwischen Ackerboden und Luft verhindert und ein Ersticken des Mikrobiellen Lebens, der Mikroorganismen und Nützlinge, zur Folge hat. Sind die Kulturpflanzen ausgesät, beginnt die Feinverwurzelung und entsprechend ihrer Intensität, setzt die Bildung der Mykorizen ein. Prozesse, die gleichermaßen auf den Luft- und Gasaustausch angewiesen sind. Im Vergleich mit dem Flachanbau kommen die Pflanzen auf Dämmen nach einer nassen Winterperiode schneller in die Wachstumsphase. Das geschieht durch die stärkere Besiedlung von Mikroorganismen und Mykorizen: Bei übermäßiger Feuchtigkeit bietet ihnen die Erhöhung des Damms Schutz vor dem Ersticken. Auch in langen Trockenperioden ist der mit der Dammkultur bearbeitete Boden widerstandsfähiger, denn einerseits speichert er aufgrund seiner Struktur in regenreichen Phasen mehr Wasser ein, anderseits wird seine Kapillarität durch das Hacken in der Kulturpflege unterbrochen, was wiederum die Verdunstung eingedämmt. Zur Unterstützung der Wasserversorgung entsteht eine verstärkte Taubildung. Diese wird aufgrund der Vervielfachung der Ackeroberfläche einerseits durch die Dämme- anderseits die poröse Struktur des Bodens ermöglicht. Wie am Tag die warme Luft mittels des Kamineffekts vom Tal zur Spitze des Dammes nach oben zieht, so kehrt sich der Luftzug in der Nacht um und bringt die Feuchtigkeit aus der Luft in den Boden. In diesem Einatmungsprozess wird der Boden durch die Taublidung mit Feuchtigkeit angereichert, weitaus intensiver, als auf einem flachen Boden. Ein Ökosystem wächst, welches kaum Chancen hat sich im Flachanbau zu bilden; an den Flanken des Dammes entsteht ein Luftzug zur Spitze, welcher sich an den Blättern der Pflanze verwirbelt. Die entstehende Luftzirkulation ermöglicht eine intensivere Kohlendioxidaufnahme, da die Absorption über die Blätter nur durch sich an den Blättern entlangstreifende Luft erfolgt. Die erhöhte Kohlendioxidaufnahme stärkt den Stoffwechsel der Kulturpflanze, fördert das Wachstum und steigert die Nährstoffverwertung, was eine bessere Fruchtbildung mit sich bringt.

Ziel ist es das Ausgangsprodukt Ackerboden in einen höheren Zustand zu bringen, in dem es nicht naturbelassene Erde, sondern wie Korn durch ein bestimmt gefördertes Millieu zu Sauerteig und dann zu Brot wird, in ein neues hochwertigeres Produkt entwickelt, was durch eine bessere Fruchtqualität zum Ausdruck kommt. Der Acker wird durch die selektive Züchtung der erwünschten Lebensformen gesteuert, es wird ein Milieu geschaffen, in dem bestimmte Pilze, Bakterien und Lebensprozesse angeregt und gefördert werden, sodass solch ein Ackerboden nicht mehr unter die Definition von Natur, sondern unter Ackerbaukultur fällt.
 
 
Dammkultur nach Julian Turiel