Wasserhaushalt: Verschlämmung auf dem Acker

40 l/m² Niederschlag in den vergangenen 10 Tagen. 15 mm allein am Tag der Bildaufnahme (siehe unten).

Bilder: David Turiel, 6. Februar, Kreis Paderborn, Deutschland

Auch wenn wir uns als Landwirte anderes Wetter wünschen, gibt uns dieser Tage ein Blick auf die Felder an vielen Orten die Möglichkeit, den Zustand unserer Böden zu beobachten. Wir sind uns wahrscheinlich einig, dass solche Regenmengen nicht zu Überschwemmungen auf dem Acker führen sollten. Auf den Fotos und Videos kann man erkennen, dass das Anbausystem eine ganz wesentliche Rolle dabei spielt, inwiefern der Boden Wasser aufnehmen kann. Zu sehen sind Äcker, auf denen der Roggen als Versuch teils auf Dämmen und teils flach angebaut wurde. Außerdem haben wir die Kamera auch nach rechts und links, auf die Nachbarfelder geschwenkt. An einigen Stellen ist das Wasser von den flachen Stücken in die Furchen der Dämme geflossen. Die Bilder sprechen für sich. Grund dafür, dass sich das Wasser bei der Dammkultur nicht staut: Der Boden ist locker und verliert trotz Bearbeitung nicht seine Struktur. Das Turiel-Dammgerät hat wenig direkte Berührungspunkte mit der Erde und durchdringt trotzdem die Pflugsohle - Bodenaggregate werden auf diese Weise kaum voneinander getrennt. Auf die Kreiselegge und Walzen wird verzichtet. Das Ergebnis: Auch bei starkem Regen bleiben Bodenteilchen miteinander verbunden und lösen sich nicht – solche Böden sind deutlich mehr vor Verschlämmung geschützt als Flächen, bei denen der Boden mechanisch kleingemacht wird. Bei Böden mit Struktur und ohne Pflugsohle kann Das Wasser tief in den Boden eindringen. Ein Boden mit diesen Eigenschaften weist deshalb eine hohe Wasserspeicherkapazität auf; er „atmet“ noch, wenn andere Böden oberflächlich gesättigt sind und sich bei Hanglage Bäche aus abfließendem Wasser bilden. In einem Boden mit Struktur entsteht kein Luftmangel und das Wachstum der Kulturpflanze stagniert nicht – die Pflanze ist deshalb weniger anfällig für Krankheiten und vital in ihrer Entwicklung. Die Auswirkung von dem Luftabschluss im Flachen, im Vergleich zu den Dämmen, werden wir im Frühjahr anhand des Roggens ganz genau beobachten und für euch dokumentieren. Lösen sich die Bodenteilchen jedoch durch den Niederschlag, entsteht eine Sperrschicht, an der Stelle, an der sich die Teilchen verkleben. Wasser kann nicht in die tieferen Erdschichten abfließen und staut sich an der Oberfläche. Das führt zur Überflutung oder bei Neigung zu Wassererosion und einem Luftabschluss der Wurzeln. Bemerkenswert ist, dass die Flächen mit Roggen auf Dammkultur vor 100 Tagen noch flach waren. Das zeigt, dass eine kurzfristige Umstellung auf Dämme schon nach kurzer Zeit einen großen Unterschied machen kann.

 













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