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Damm- Hügelkultur: Ackerbau der Zukunft

 

 

 

​​​​Die Damm- Hügelkultur ist eine Ackerbaumethode die Zukunft hat, weil sie in wesentlichen Aspekten des Ackerbaus den herkömmlichen Methoden überlegen ist. Die Bodengesundheit und der Aufbau einer stabilen Bodenstruktur spielen in der traditionellen Dammkultur eine zentrale Rolle. Sie ist für jeden Kulturpflanzenanbau inklusive Obstbaum- und Weinanbau hervorragend geeignet. "Weil sie bessere Früchte bringen!" War die Antwort eines alten Oliven- und Weinbauers auf meine Frage, warum er an seinen Bäumen einen Hügel anhäufelte. Früher war es selbstverständlich, dass es nur möglich ist gute Früchte zu ernten, wenn ein der Boden gut behandelt und kultiviert wird. Ein Zeiger dafür ist ein stabiler Ton- Humus-Komplex (THK). Den THK aufzubauen gelingt mit der Dammkultur, da sie im Gegensatz zum Flachanbau ein durch die Form bedingtes wechselndes Mikroklima fördert, welches Lebensraum für Feinverwurzelung bietet und Mykorrhizabildung anregt. Das allein baut die Struktur des Bodens jedoch nicht auf. Wäre dem so, würde ein gefräster Damm schon Dammkultur bedeuten. Der Häufelpflug schneidet, pulverisiert und durchmischt die Bodenschichten nicht. In der traditionellenDammkultur wird die Bodengesundheit neben der technischen Bearbeitung auch durch eine sorgfältige Wahl der Kulturpflanzen bewahrt und gefördert. Das bedeutet, dass jede Frucht gleichzeitig auch Vorbereitung für die  Nächste  ist. Bei  den  Zwischenfrüchten,  die dem Aufbau des Bodens dienen, sollten Kulturen bevorzugt werden, die sich möglichst lange in der Phase der Wurzelbildung befinden. Wintergetreide beispielsweise hat eine bodenaufbauende Wirkung; Sommergetreide hingegen hat einen eher auslaugenden Effekt, da es schnell in das überirdische Wachstum übergeht und wenig Wurzelmasse bildet. Dammkulturen haben trotzdem bei jeder Kulturpflanze, ob Zwischen oder Hauptfrucht, einen entscheidenden Vorteil: Wurzelwachstum wird aufgrund des mikrobiellen Lebens in dem durchlüfteten Damm intensiviert.

 

Entgegen der Annahme, den Boden sich selbst überlassen zu müssen, kann man konkrete Maßnahmen ergreifen; den Boden in eine Form bringen, welche die gewünschten natürlichen Prozesse fördert und unterstützt. Nämlich wird die Symbiose der Wurzeln mit dem mikrobiellen Leben versorgt mit Sauerstoff, der bei einem gelockerten Ackerboden durch den Kamineffekt an den Flanken des Damms eindringt und hochsteigt. So intensiviert sich die Kohlendioxidaufnahme der Pflanze an den Spaltöffnungen der Blattunterseite durch die aufsteigende warme Luft aus der Furche. Dammkultur kann beimEinhalten der Klimaziele, denen sich die Europäische Union verpflichtet hat, durch die verstärkte CO2 -Lagerung einen bedeutenden Beitrag leisten. Im Flachanbau werden diese bodenaufbauenden Vorgänge vernachlässigt. Im Gegenteil zur Dammkultur werden Ungleichmäßigkeiten vermieden, die die beschriebenen Prozesse erst ermöglichen.

 

Die Landwirtschaft ist mit Themen konfrontiert, die sich durch die gegenwärtige Entwicklung in Zukunft weiter verschärfen werden, wenn nicht zu neuen (alten) Mitteln gegriffen wird. Diese Themen sind Wasserschutz und Wasserhaushalt, Erosion, Humusaufbau, CO2-Bindung und die Qualität der Anbaukulturen beziehungsweise der Lebensmittel. Etablierte Methoden werden scheinbar immer weiter verfeinert, wie wenn effizientere und komplexere Geräte Lösung für unsere grundlegenden Probleme wären. Leidtragend ist nicht nur unsere Umwelt, sondern natürlich auch wir selbst, die wir auf gesunde Lebensmittel angewiesen sind. Aufgrund dieser Problemstellung brauchen wir uns nicht scheuen zurück auf die Geschichte der Landwirtschaft zu schauen, auf die Grundprinzipien des Ackerbaus, die Jahrtausende in Asien, dem mittleren Osten und Europa auch unter extremen klimatischen Bedingungen entwickelt wurden. Nach diesen Prinzipien arbeiten heute wieder um die 300 Betriebe, die teilweise mit den Erträgen der konventionellen Höfe mithalten und beispielsweise im Sojaanbau übertreffen. Der wesentliche Unterschied ist jedoch die hohe Qualität der Früchte und das die meist viehlosen Betriebe ohne zugekaufte Düngemittel wirtschaften. Landwirtschaftliche Betriebe sollten sich nicht scheuen Viehwirtschaft wieder zu integrieren. Das würde einen wesentlichen Beitrag in Hinsicht Qualität und Ertragssteigerung leisten. Es hat sich gezeigt, um diesen Erfolg zu erreichen, muss man sich intensiv mit der richtigen Handhabung des Systems auseinandersetzten, sodass man es zu beherrschen lernt. Selbstverständlich muss man alles was dazu gehört beachten. Dammkultur ersetzt nichts, was über viele Generationen an Wissen über die Landwirtschaft erlernt wurde und was einen guten Bauern ausmacht. Sie ist ein System, welches auf den grundsätzlichen Prinzipien des Ackerbaus basiert. Dazu gehört das richtige Gefühl für den Boden, eine Fruchtfolge die sich komplementiert und ausgleicht und nicht nur vordergründig das anzubauen was man will, sondern lernen zu schauen, was der Boden braucht.

Dammkultur nach Julian Turiel